Anlässlich der aktuellen Ereignisse und weil dieses Thema auf seine Weise immer aktuell ist hier mal ne Diskussion zum Titel.
Grad hab ich in den Nachrichten gesehen, dass sich die Religionen von dem Terror mit folgenden Worten abgrenzen: "[...] zugleich wenden sie sich gegen jeden Terror: „Bibel, Thora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses.“ "
Bedingt seriöse Quelle, aber wohl zuerst hier erschienen.
Jeder, der schonmal in eins dieser Bücher reingeschaut hat dürfte seine Schwierigkeiten haben dem so ohne weiteres zuzustimmen.
Ich finde sogar, dass der monotheistische Umgang mit den Büchern eine extremistische Auslegung dieser Schriften begünstigt, mindestens stark vereinfacht. Das fängt bei so "banalen", aber gleichzeitig grundlegenden Sachen an wie der Züchtigung der eigenen Kinder, die evangelikale Christen mit Leichtigkeit mit der Bibel und mit "Liebe zu den Kindern" rechtfertigen können und geht dann weiter bis zu Anschlägen gegen "Ungläubige".
Die Problematik dabei sehe ich im grundlegenden Wesen des Monotheismus. Der ist per Definition exklusiv, also ausschließend. Da Religionen grundlegende Fragen des Menschseins beantworten wollen und für viele Menschen auch beantworten, schleichen sich mit dem Exklusivitätsgedanken¹ dann weitere Gedanken ein, die trennend wirken und in ihrem Extrem sind trennende Gedanken eben genau das, was einen Terroristen tun lässt, was er tut.²
Wenn das aber so ein wesentlicher Teil des Monotheismus ist, wie glaubhaft ist dann so eine Abgrenzung, wie die da oben. Wie kann ich mich glaubhaft von etwas abgrenzen, womit ich eine wesentliche Gemeinsamkeit habe?
Ich denke das geht schlichtweg nicht.
Ein Ausweg und der wird ja auch von vielen religiösen Menschen genutzt, ist die konsequente Inkosequenz im Umgang mit ihreren Religiösen Lehren. Weite Teile der Schriften werden einfach ignoriert oder je nach belieben gedeutet (deuten nach Belieben hat allerdings zwei Seiten, die gemäßigt und die extremistische).
Hier wird, für meinen Geschmack zu viel weggeschaut und genau das ist es, was ich kritisiere, weshalb ich den institutionalisierten Religionen in solchen Sachen fast immer "Heuchelei" vorwerfen möchte.³
Ein anderer Ausweg ist der Weg aus dem Monotheismus hinein in den Theismus. Theistische Deutungen der religiösen Schriften sind möglich, schließen aber jegliche Form der Institutionalisierung aus und untergraben damit jede Institution und Herdenreligiösität und es fordert vom gläubigen eine gelebte, aktive Spiritualität und eben kein blindes Glauben.
Der erste Ausweg ist der leichtere, lässt aber die Grundproblematik des Monotheismus zu und ist damit Teilursache des Extremismus und damit eben auch Teilursache extremistischer Taten.
Der zweite Ausweg ist schwerer und fordert ungleich mehr persönliches Engegement. Ich frag mich, ob man überhaupt so viel fordern kann oder ob man einfach auch ein Auge zudrücken muss?
Ne Antwort habe ich bisher nicht gefunden bzw. ich tue immer beides. Ich zeige auf der einen Seite die Hintergründe auf (Kritik) und drücke im persönlichen Umgang eigentlich immer ein Auge zu.
Jetzt seid ihr dran.
___________________
¹ Es gibt nur einen (wahren) Gott (und zwar unseren). Dieser Gott ist getrennt von der Welt.
² Was einem Menschen ermöglicht einem anderen Menschen etwas anzutun sind trennende Gedanken und im weiteren auch die Empfindung von Trennung. Kennt jeder aus dem Beziehungsalltag (Kinder, Freunde, Eltern ...) und ist in dem Rahmen schon nicht leicht damit umzugehen, wenn dann aber noch das Weltbild grundlegend davon geprägt ist, sind Auswege viel schwerer zu gehen.
³ Allein die Inkonsequenz und Willkürlichkeit ermöglicht, dass es etwas glaubhaft ist, dass sie es wirklich ernst meinen.
Theismus: Im Gegensatz zum Monotheismus, dem Glaube an einen (von der Welt getrennten, relativen) Gott (mit Gegenspieler usw.) ist Theismus der Glaube an einen absoluten (d.h. allumfassenden und damit eben NICHT getrennten) Gott. Beide Richtungen sind in den drei abrahamitischen Religionen möglich, Theismus wird aber fast ausschließlich in den jeweiligen mystischen Strömungen und Untergruppierungen gelehrt und gelebt (z.B. Sufitum im Islam).
Grad hab ich in den Nachrichten gesehen, dass sich die Religionen von dem Terror mit folgenden Worten abgrenzen: "[...] zugleich wenden sie sich gegen jeden Terror: „Bibel, Thora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses.“ "
Bedingt seriöse Quelle, aber wohl zuerst hier erschienen.
Jeder, der schonmal in eins dieser Bücher reingeschaut hat dürfte seine Schwierigkeiten haben dem so ohne weiteres zuzustimmen.
Ich finde sogar, dass der monotheistische Umgang mit den Büchern eine extremistische Auslegung dieser Schriften begünstigt, mindestens stark vereinfacht. Das fängt bei so "banalen", aber gleichzeitig grundlegenden Sachen an wie der Züchtigung der eigenen Kinder, die evangelikale Christen mit Leichtigkeit mit der Bibel und mit "Liebe zu den Kindern" rechtfertigen können und geht dann weiter bis zu Anschlägen gegen "Ungläubige".
Die Problematik dabei sehe ich im grundlegenden Wesen des Monotheismus. Der ist per Definition exklusiv, also ausschließend. Da Religionen grundlegende Fragen des Menschseins beantworten wollen und für viele Menschen auch beantworten, schleichen sich mit dem Exklusivitätsgedanken¹ dann weitere Gedanken ein, die trennend wirken und in ihrem Extrem sind trennende Gedanken eben genau das, was einen Terroristen tun lässt, was er tut.²
Wenn das aber so ein wesentlicher Teil des Monotheismus ist, wie glaubhaft ist dann so eine Abgrenzung, wie die da oben. Wie kann ich mich glaubhaft von etwas abgrenzen, womit ich eine wesentliche Gemeinsamkeit habe?
Ich denke das geht schlichtweg nicht.
Ein Ausweg und der wird ja auch von vielen religiösen Menschen genutzt, ist die konsequente Inkosequenz im Umgang mit ihreren Religiösen Lehren. Weite Teile der Schriften werden einfach ignoriert oder je nach belieben gedeutet (deuten nach Belieben hat allerdings zwei Seiten, die gemäßigt und die extremistische).
Hier wird, für meinen Geschmack zu viel weggeschaut und genau das ist es, was ich kritisiere, weshalb ich den institutionalisierten Religionen in solchen Sachen fast immer "Heuchelei" vorwerfen möchte.³
Ein anderer Ausweg ist der Weg aus dem Monotheismus hinein in den Theismus. Theistische Deutungen der religiösen Schriften sind möglich, schließen aber jegliche Form der Institutionalisierung aus und untergraben damit jede Institution und Herdenreligiösität und es fordert vom gläubigen eine gelebte, aktive Spiritualität und eben kein blindes Glauben.
Der erste Ausweg ist der leichtere, lässt aber die Grundproblematik des Monotheismus zu und ist damit Teilursache des Extremismus und damit eben auch Teilursache extremistischer Taten.
Der zweite Ausweg ist schwerer und fordert ungleich mehr persönliches Engegement. Ich frag mich, ob man überhaupt so viel fordern kann oder ob man einfach auch ein Auge zudrücken muss?
Ne Antwort habe ich bisher nicht gefunden bzw. ich tue immer beides. Ich zeige auf der einen Seite die Hintergründe auf (Kritik) und drücke im persönlichen Umgang eigentlich immer ein Auge zu.
Jetzt seid ihr dran.
___________________
¹ Es gibt nur einen (wahren) Gott (und zwar unseren). Dieser Gott ist getrennt von der Welt.
² Was einem Menschen ermöglicht einem anderen Menschen etwas anzutun sind trennende Gedanken und im weiteren auch die Empfindung von Trennung. Kennt jeder aus dem Beziehungsalltag (Kinder, Freunde, Eltern ...) und ist in dem Rahmen schon nicht leicht damit umzugehen, wenn dann aber noch das Weltbild grundlegend davon geprägt ist, sind Auswege viel schwerer zu gehen.
³ Allein die Inkonsequenz und Willkürlichkeit ermöglicht, dass es etwas glaubhaft ist, dass sie es wirklich ernst meinen.
Theismus: Im Gegensatz zum Monotheismus, dem Glaube an einen (von der Welt getrennten, relativen) Gott (mit Gegenspieler usw.) ist Theismus der Glaube an einen absoluten (d.h. allumfassenden und damit eben NICHT getrennten) Gott. Beide Richtungen sind in den drei abrahamitischen Religionen möglich, Theismus wird aber fast ausschließlich in den jeweiligen mystischen Strömungen und Untergruppierungen gelehrt und gelebt (z.B. Sufitum im Islam).
meinung Monotheismus und Extremismus gehören zusammen (oder nicht?)
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